Reparaturbleche und Rostschutz

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Juergen Schroeder
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Reparaturbleche und Rostschutz

Beitrag von Juergen Schroeder »

Hallo,
ich habe hier Reparaturbleche, die ab Werk mit der üblichen schwarzen Rostschutzfarbe behandelt sind. Jetzt habe ich aber festgestellt, daß diese Werksgrundierung leider nicht besonders gut haftet. Einige der Blechteile waren (für den Versand) mit Klebeband verklebt, als ich das Klebeband abgezogen habe, löste sich gleich die Grundierung mit :shock:. Ein Kollege meint, daß dies immer so ist und die Werksgrundierung nix taugt, er schrubbt die schwarze Grundierung bei Ersatzblechen immer komplett runter und grundiert danach noch einmal neu :?. Blöd ist nur, daß die schwarze Werksgrundierung gegen meinen 2K Verdünner resistent ist und ich sie mit dem Negerkeks oder Messingbürste runterholen müßte. Dann ist aber auch das Blech angerauht (bin mir allerdings nicht sicher ob das erstrebenswert ist), und die nächste Grundierung wird logischerwesie in jedem Fall besser halten. Ist die schwarze Farbe nun lediglich ein Transport- und Lager- Rostschutz ? Wie macht Ihr das denn bei Ersatzblechen ? Bleibt der Werksrostschutz bei Euch drauf ?
Guten Rutsch !!
Jürgen
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Andi
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Beitrag von Andi »

Ich wasch die grundsätzlich ab,hab schon Flugrost darunter gefunden.
Ich nehm einfache Nitroverdünnung,wenn das nicht geht würd ich Atzeton versuchen.
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Juergen Schroeder
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Beitrag von Juergen Schroeder »

Hallo Andi,

vielen Dank, ich werde das morgen gleich mal ausprobieren. Rost unter Rostschutzfarbe ist ja noch schlimmer als ich dachte :flop:
Also kommt die Werksgrundierung bei mir ab jetzt auch immer 'runter.
Tschüß & Danke ! Jürgen
Plaid

Beitrag von Plaid »

Hi Jürgen!!

Und hat es geklappt mit dem Abwaschen der Werksgrundierung???
Würde mich mal interessieren.....
Joerg

Beitrag von Joerg »

Hallo Jürgen,

um welche Art "schwarze Grundierung" handelt es sich denn?

Ich habe einen Satz hintere Kotflügel, die mit einem Hauch mattschwarzer Grundierung eingenebelt sind. Die geht ziemlich leicht runter.
Schweller hatte ich als Heritage-Teile http://www.bmh-ltd.com/products.htm, da war die schwarze Grundierung seidenmatt und ziemlich dick. Die war, wie bei dir auch, beständig gegen Verdünnung. Auf der Verpackung eines Mini-Schwellers war mal ein Aufkleber, auf dem empfohlen wurde, diese Grundierung drauf zu lassen, da es sich um eine kathodische Lackierung (http://de.wikipedia.org/wiki/Kathodisch ... lackierung) handelt.
Falls du das Zeug auf jeden Fall runterhaben möchtest, sind Negerkekse das Mittel der Wahl. Die Oberfläche hat nachher die optimale Rauheit zum Lackieren.


Gruß

Jörg
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Juergen Schroeder
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Beitrag von Juergen Schroeder »

So, nun möchte ich ja auch berichten, wie meine Versuche verliefen:

Getestete Lösungsmittel:
- Universalverdünner
- 2K Verdünnung
- Aceton

Ich habe als erstes den Universalverdünner ausprobiert. Dazu habe ich den Verdünner auf ein Tuch gegeben und versucht die Rostschutzschicht zu entfernen.
Im ersten Moment passiert gar nichts, trotz rubbeln löste sich kein Rostschutz ab. Nach einer kurzen Zeit und weiterem Reiben allerdings war zu bemerken, daß sich nun die Rostschutzschicht langsam ablöste. Offensichtlich benötigt der Universalverdünner etwas „Einwirkzeit“.

Als nächstes habe ich die 2K Verdünnung getestet. Auch hier passierte im ersten Moment gar nichts, und auch später löste sich kaum Rostschutz. Die Rostschutzfarbe ist wohl ziemlich resistent gegen den 2K Verdünner. Das macht meiner Meinung nach auch Sinn, da ja im Normalfall mit einem Lack überlackiert wird, der genau das 2K Lösungsmittel enthält. Die Rostschutzfarbe soll sich ja dann gerade nicht lösen.

Als letztes habe ich Aceton getestet. Die Rostschutzfarbe ging damit am schnellsten und besten ab. Allerdings war auch hier einiges an Rubbelarbeit nötig.

Eine feine Struktur des Bleches (vergleichbar mit Glasperlenstrahlen) wurde beim Ablösen mit allen Lösungsmitteln sichtbar.

Als nächstes habe ich versucht, die Farbe mechanisch zu entfernen: 3M-Negerkeks auf Bohrmaschine und Messingbürste auf Flex

Beides löst den Rostschutz gleich gut und schnell vom Metall. Ich habe aber den Eindruck, daß der Negerkeks für die dünne Rostschutzschicht zu aggressiv ist (Beim Entfernen von altem Lack ist er allerdings voll OK), da das Blech Riefen erhält. Dadurch hält natürlich ein neuer (Rostschutz-) Anstrich besser, aber die Oberfläche wird auch vergrößert und könnte damit anfälliger gegen Rostangriffe sein.

Bild

Die Messingbürste auf der Flex entfernt den Rostschutzanstrich genauso problemlos, allerdings sind keine Riefen durch die Bürste sichtbar. Statt dessen erschient eine leicht rauhe Oberfläche, die ich auf die Einwirkung der Säure in der Rostschutzfarbe zurückführe. (Das Photo ist zwar etwas dunkel, zeigt die Struktur aber gut)

Bild

Und hier noch einmal der direkte Vergleich:

Bild

Fazit:
Ein kleines Reparaturblech kann man problemlos mit Aceton oder Universalverdünner vom Rostschutz befreien, aber sobald das Blech etwas größer ist, wie z.B. ein Kotflügel oder ein Bodenblech, ist eigentlich die Messingdrahtbürste auf der Flex die einzige Möglichkeit den Rostschutz zu entfernen.
Am allerbesten wäre es natürlich, gleich Reparaturbleche zu kaufen, bei denen die Werksrostschutzfarbe so gut ist, daß man sie nicht entfernen muß.....

Viele Grüße, Jürgen
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Andi
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Beitrag von Andi »

diese Grundierung drauf zu lassen, da es sich um eine kathodische Lackierung (http://de.wikipedia.org/wiki/Kathodisch ... lackierung)

Das ist nur hier der Fall.
Ist mir bei den Spitfireblechen leider selten untergekommen.
Am schlimmsten sind die Rot grundierten.
Joerg

Beitrag von Joerg »

Andi hat geschrieben:Am schlimmsten sind die Rot grundierten.
Da stimme ich dir 100% zu. Bei denen sieht man manchmal mehr Blech als Grundierung...

Dass dir die KTL bei Spitfire-Blechen bisher selten begegnet ist, hat einen einfachen Grund: die paar Teile, die es bisher von British Motor Heritage gibt, haben ihren Preis...
http://www.bmh-ltd.com/spitfireparts.htm#


Gruß

Jörg
Plaid

Beitrag von Plaid »

Hallo Jürgen!!

Da hast Du dir echt viel Mühe gemacht. Find ich toll zumal ich davon auch noch profitieren kann. Ich nehme also nun die Flex mit der Messingbürste.....die Oberfläche sieht mir am besten aus... :top: :top: :top: :top:

Ich hatte ja auch die beiden Bodenbleche eingeschweisst und werde nun die schwarze Grundierung entfernen. Alleine schon, um zu sehen, ob alles darunter in Ordnung ist.......
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