Motorinbetriebnahme

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Juergen Schroeder
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Motorinbetriebnahme

Beitrag von Juergen Schroeder »

Hallo,

ich habe meinen Motor nach einem Pleuellagerschaden nun mit neuer TH5 Nockenwelle (Mit Gradscheibe montiert) wieder zusammengebaut und wollte ihn in heute wieder in Betrieb nehmen. Die Vergaser habe ich Grundeingestellt (Düsen 2 Umdrehungen herausgedreht), die Zündung statisch voreingestellt.
Dabei habe ich nun folgendes Problem: Anspringen tut er sofort und gut und tuckert auch ganz ruhig so bei 1400U/Min vor sich hin. Allerdings nimmt er überhaupt kein Gas an, und bläst Benzintröpfchen aus dem Vergaser heraus ? Das kann doch nicht an der Ventilüberschneidung der 280er Nocke liegen ?
Den Zündzeitpunkt habe ich dann weiter in Richtung früh korrgieren wollen, dabei ging die Drehzahl ganz normal hoch, bis der Motor bei etwa ZZP=OT (mit Stroboskop eingestellt) Fehlzündungen bekommt, die aus dem Vergaser knallten.
Ich habe noch einmal die Nockenwelle Überprüft, das Einlaßventil von Zyl.1 macht knapp vor OT auf , die Nockenwelle ist also richtig eingebaut.
Wenn ich das Ritzel Nockenwelle/Verteiler verdreht (380°, Zündung bei "offenen" Ventilen, nicht in der Kompressionsphase) eingebaut hätte, würde der Motor doch gar nicht erst starten ?
Für ein Paar Tipps zur Fehlersuche wäre ich dankbar.
Vielen Dank !
Jürgen
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Brüchi
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Beitrag von Brüchi »

Hallo Jürgen
TH5 Nocke ? Hast Du denn auch die Vergaser angepasst, z.B. mit anderen Nadeln?
Wie sieht dein Zylinderkopf aus, ist der auch überholt....z.B. mit größeren Einlassventilen???

Bitte mehr Infos.

Zündzeitpunkt:
Den Zündzeitpunkt habe ich dann weiter in Richtung früh korrgieren wollen, dabei ging die Drehzahl ganz normal hoch, bis der Motor bei etwa ZZP=OT (mit Stroboskop eingestellt)
Ähm, wie Du meinen? ZZP = OT ist doch deutlich Spätzündung. Du solltest ca. 8 - 10 Grad vor OT den ZZP haben.

Grüßlis, Brüchi
....little car, big fun...
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Juergen Schroeder
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Beitrag von Juergen Schroeder »

Hi Brüchi,

andere Nadeln habe ich verbaut. Der Zylnderkopf hat größere Einlaßventile und geglättete Kanäle, die Verdichting habe ich auf etwa 10:1 erhöht, am Auslaß habe ich meinen alten Fächerkrümmer verbaut. Der Vergaser ist der 1500er SU Doppelvergaser.
Du hast recht, im Moment habe ich die Zündung auf deutlich zu spät eingestellt. Aber mit Zündung auf weiter früh (die 8-10° die eigentlich normal sind) bekomme ich Fehlzündungen. Das ist natürlich nicht normal.
Auch daß es den Sprit im Lehrlauf auch aus dem Vergaser heraus (!) bläst, ist ja merkwürdig, der sollte doch in meine Zylinder rein...
Und auf Gas (Drosselklappenstellung) reagiert der Motor überhaupt und gar nicht mit einer Drehzahländerung.
Das Ventilspiel hatte ich gestern auf E0,3 und A0,35 eingestellt, ich werde jetzt zum Fehler eingrenzen erst mal das Spiel nach Datenblatt auf E0,56 / A0,61 einstellen.
Irgendwo habe ich mir also noch einen ernsten Fehler eingebaut, ich werde heute alles nochmal systematisch und in Ruhe durchgehen.
Gestern war ich irgendwie ganz schön frustriert...
Viele Grüße, Jürgen
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Juergen Schroeder
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Beitrag von Juergen Schroeder »

Hallo,

ich habe heute noch einmal alles überprüft. Das Ventilspiel habe ich nun nach Herstellerangabe eingestellt und den Zündwinkel nach Gefühl auf 10° vor OT eingestellt. Der Motor sprang sofort an, und lief auch super und ruhig. Schnell abgeblitzt und ZZP noch etwas korrigiert, dann Vergaser eingestellt. Das Lambda hab ich nun leicht fett auf 0,96 eingestellt (Mit meiner Lambdasonde im Krümmer ist das Vergasereinstellen in 60s beendet :D ).
Es lag also wohl nur an der Spätzündung ! Mit der TH5 Nockenwelle reagiert der Motor da wohl empfindlicher als mit einer Seriennocke, mit der ein Spiti Motor ja auch bei 10° Spätzündung immer noch einigermaßen läuft.
Jetzt werde ich ihn erst mal ordentlich einlaufen lassen, ÖL noch mal wechseln und dann mal sehen wie er so fährt !
Vielen Dank,
Jürgen
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Rorei
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Beitrag von Rorei »

Juergen Schroeder hat geschrieben: Jetzt werde ich ihn erst mal ordentlich einlaufen lassen, ..............
Hallo Jürgen,
du solltest aber doch nach einigen KM die 1. u. 4. Kerze auf ihr Brennbild kontrollieren denn du hast 2 Vergaser aber nur eine Lambdasonde.
Gruß Roland
Spiti-MK4-1300 ( Bj.73 ) und Vitesse MK1-Convertible ( Bj.67 ) www.rolands-triumph.de
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Juergen Schroeder
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Beitrag von Juergen Schroeder »

Ich hatte schon einmal überlegt, ob es nicht möglich ist für jeden Vergaser eine eigene Lambdasonde einzubauen, aber die Einbauposition ist dann sehr ungünstig, da sie dann zu weit oben am Fächer sitzen würde und zu Heiß wird.
Nach dem Einstellen der Vergaser ersetze ich die Lambdasonde mit einem Blindstopfen. Das Kerzenbild werde ich aber auf jeden Fall auch noch mal überprüfen !
Vielen Dank, und hoffentlich noch ein paar schöne Sonnentage !
Jürgen
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